Ruckus ICX 7150-12cp Testbericht¶
Dieser Bericht handelt von meinen ersten Erfahrungen mit Ruckus ICX Switches. Sie entstammen der Brocade-/Foundry-Familie. Um meine Erfahrung in den richtigen Kontext zu setzen: Ich habe alle Arten von verschiedenen Switches verwendet, sowohl über deren Kommandozeilen als auch über Web-Oberflächen, wie HP's Comware, Procurve, ArubaOS, aber auch Nokia SR OS, Mikrotik und Zyxel. - HP Comware (CLI) - HP ProCurve (WebGUI) - Nokia SR OS - HP Aruba OS (nur Nicht-Cloud-WebGUI) - Mikrotik (90% WebGUI/App vs. 10% Kommandozeile) - Zyxel (überwiegend WebGUI)
Zielgruppe¶
Heimanwender nutzen meistens Web-Oberflächen zur Konfiguration ihrer Switches. Das ist legitim! Eigentlich habe ich das meiste der Zeit genau so gemacht, außer in Unternehmens- oder Carrier-Umgebungen. Als Konsolen-Mensch fühle ich mich damit vollkommen wohl. Tatsächlich denke ich, dass Menschen manchmal davon etwas zu sehr abgeschreckt werden. Einen Switch über Befehle zu konfigurieren ist viel weniger einschüchternd, als die Leute denken.
Mir gefällt, wie die textbasierte Oberfläche funktioniert, nun ja, die meiste Zeit. Einfache Aufgaben wie die Konfiguration schlüsselbasierter Authentifizierung sind z.B. etwas mühsam. Tatsächlich ist die Firmware-Version 8 ein bisschen ein Rückschritt beim Verbinden von modernen Betriebssystemen, die die Unterstützung für veraltete Methoden eingestellt haben, die in dieser Firmware-Version noch verwendet werden. Die Verwaltung des Geräts über Ansible war etwas mühsamer, als ich erwartet hatte.
Verbindung über serielle Schnittstelle¶
Switches der Enterprise-Klasse werden bis heute hauptsächlich über eine serielle Verbindung konfiguriert. Das fand ich schon vor 15 Jahren absurd. Es ist zwar zuverlässig und bewährt, ABER ich sage es mal so: Die Leute sind es leid, ständig Adapter und Kabel parat haben zu müssen. Die Pin-Belegung unterscheidet sich zwischen einigen Herstellern, sodass man nicht nur einen USB-auf-seriell-Adapter braucht, sondern für die meisten Hersteller auch ein spezifisches serielles Kabel. Ich glaube, im Jahr 2024 sollte es bequemlichere Optionen geben als die dargebotenen.
Wie dem auch sei, ich verbinde mich mit dem Kabel, das im Lieferumfang enthalten ist.
Jetzt können Sie sich mit den Standard-Zugangsdatensuper / sp-admin anmelden. Beim ersten Login werden Sie aufgefordert, ein Passwort zu setzen. Verwenden Sie sichere Passwörter!
Firmware-Upgrade über USB-Stick¶
Ruckus bietet Switches an, die mit FastIron laufen. Die Geräte sind bis heute (2024) besser unter ihrem ehemaligen Markennamen Brocade bekannt. Das Gerät, das ich erhalten habe, hatte Version 09.0.10cT211 vorinstalliert. Auf der Produktseite des Herstellers empfehlen sie Version 08.0.95n, die hier verfügbar ist. Ich werde ein Versions-Downgrade durchführen. Bei einem Produktionssystem ist bei diesem Verfahren Vorsicht geboten, da es Breaking Changes geben kann. Besonders aufgrund des Wechsels der Major-Version kann dies schwierig werden. In meinem Fall gibt es nur eine leere Konfiguration, also keine Bedenken.
Bevor Sie fortfahren, prüfen Sie doppelt, welche Version aktuell empfohlen wird. Generell ist es die beste Idee, dieser zu folgen. Mein Gerät läuft derzeit auf Primary, weshalb ich zuerst Secondary flashe.
Hier mein komplettes Vorgehen. Mein USB-Stick ist GPT-partitioniert und mit FAT32 formatiert.
ICX7150-C12 Switch>show files disk0
F 478 FI08095n_Manifest.sig
F 2161 FI08095n_Manifest.txt
F 4454 md5checksum.txt
F 13760 MD5_Checksum.txt
D 4096 [----] disk0/ICX7150
20853 bytes 4 File(s) in disk0
2.9G bytes Free in disk0
ICX7150-C12 Switch>enable
ICX7150-C12 Switch#copy disk0 system-manifest FI08095n_Manifest.txt secondary
Parameter Validation Successful
Manifest file Download Done
Signature Download Done
Signature Write Done
Image Download Done
Image Validated
ICX7150-C12 Switch#boot system flash secondary yes
Der Boot-Vorgang dauert nach einem Upgrade deutlich länger. Es dauert mehrere Minuten. Wenn die neue Version gebootet hat und alles funktioniert, kopiere ich sie auch auf die Primary-Partition. Dann die Primary-Partition neu booten und wir sind fertig.
Ehrenbasierte Lizenzen¶
Nun, das ist ein riesiger Pluspunkt bei Ruckus. Ihre Lizenztechnik erinnert mich an die sogenannte „Weinbar“ in Berlin. Dort würde man essen und trinken und danach einfach bezahlen, was man für einen angemessenen Preis hielt. Ruckus erzwingt den Kauf ihrer Lizenz nicht wirklich. Es ist ehrenbasiert, das heißt sie vertrauen darauf, dass Sie ein ehrenwerter Mensch sind. Bedeutung: Sie können die Vollversionlizenz bis zu 45 Tage lang nutzen, ohne einen Cent zu bezahlen. Danach müssen Sie eine Lizenz kaufen. Dies sind die Geschäftsbedingungen.
ICX7150-C12 Switch>enable
ICX7150-C12 Switch#license install perpetual 1 2x10gr
The Ruckus FastIron End User License Agreement (EULA) terms and conditions found at https://www.ruckuswireless.com/icxfastironeula apply to your use of this software.
The evaluation license period is 45 days after which you must purchase a license should you continue using the software. Please confirm that you have read and accept these terms and conditions (entry y or n): y
By selecting 'y' you have read and accepted the Ruckus End USER License Agreement found at the following URL https://www.ruckuswireless.com/icxfastironeula
ICX7150-C12 Switch#show license
Unit License Name L3 Premium Port Speed Upgrade Speed Ports MACsec
1 2X10GR Yes Yes 10G 2 NA
SSH schlüsselbasierte Authentifizierung¶
Zuerst den Schlüssel konvertieren
Den Schlüssel auf einen USB-Stick speichern und in den USB-Port stecken. Dann die Schlüsseldatei kopieren: Schlüsselbasierte Authentifizierung aktivieren